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Hinweis: Kein medizinischer Rat Unsere Blogbeiträge dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche und wissenschaftlichen Quellen, sind jedoch nicht als medizinische Empfehlung zu verstehen. Bitte konsultiere bei gesundheitlichen Fragen immer eine Ärztin oder einen Arzt. Der Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft vom angegebenen Autor

Was passiert bei emotionaler Erschöpfung im Gehirn – und wie findet man zurück in die innere Balance?

Aktualisiert: 20. März

Kurzfassung für Eilige: Emotionale Erschöpfung ist keine Charakterschwäche, sondern ein messbarer neurobiologischer Zustand. Chronischer Stress verändert die Struktur deines Gehirns, lässt den Hippocampus schrumpfen und die Amygdala wachsen. Doch die gute Nachricht ist: Dein Gehirn ist plastisch. Mit gezielten Nährstoffen, Vagusnerv-Aktivierung und Schlaf kannst du diese Prozesse umkehren und deine mentale Energie zurückgewinnen.


Einleitung


Du kennst dieses Gefühl. Du wachst morgens auf, obwohl du scheinbar ausreichend geschlafen hast – und trotzdem fühlt es sich an, als würdest du durch zähe Watte laufen. Dein Kopf ist leer, dein Körper bleischwer, und schon die kleinste Entscheidung, was du zum Frühstück essen sollst, kostet dich immense Überwindung.

Vielleicht sagst du dir: „Reiß dich zusammen, andere schaffen das doch auch.“ Vielleicht schämst du dich sogar dafür, dass dir alles zu viel wird. Aber lass mich dir eines ganz klar sagen: Das ist keine Schwäche. Das ist keine Einbildung. Das ist emotionale Erschöpfung – und sie hat ganz konkrete, messbare Ursachen in deinem Gehirn.

Millionen Menschen schleppen sich täglich durch diesen Nebel, ohne zu verstehen, was physiologisch in ihnen vorgeht. Sie versuchen, das Problem mit noch mehr Disziplin, noch mehr Kaffee und noch mehr „Durchhalten“ zu lösen. Doch genau das ist der Weg, der die Abwärtsspirale beschleunigt. Wenn du verstehst, was biochemisch in deinem Kopf passiert, verlierst du nicht nur die Angst vor diesem Zustand – du bekommst auch den Schlüssel in die Hand, um ihn zu ändern. Wissenschaftlich fundiert, ohne Esoterik, dafür mit echter Wirkung.


Was passiert biochemisch im Gehirn bei emotionaler Erschöpfung?


Um emotionale Erschöpfung zu verstehen, müssen wir einen Blick unter die Motorhaube deines Nervensystems werfen. Es ist nicht „alles nur Kopfsache“ im Sinne von Einbildung – es ist „Kopfsache“ im Sinne von knallharter Neurobiologie.


Die HPA-Achse: Dein körpereigenes Alarmsystem


In deinem Körper gibt es ein hochentwickeltes Alarmsystem, die sogenannte HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse). Stell dir vor, du bist ein Urzeitmensch und siehst einen Säbelzahntiger. Dein Hypothalamus (die Kommandozentrale) drückt den Alarmknopf. Er sendet Botenstoffe (CRH) an die Hypophyse, die wiederum Befehle (ACTH) an deine Nebennieren schickt: „Achtung! Gefahr! Energie bereitstellen!“ Deine Nebennieren schütten daraufhin Cortisol und Adrenalin aus.

Dieses System ist genial für akute Gefahren. Es mobilisiert Energie, schärft den Fokus und unterdrückt alles Unnötige (wie Verdauung oder Immunsystem). Der Neurowissenschaftler Bruce McEwen nannte diese Anpassungsfähigkeit „Allostase“ – Stabilität durch Veränderung (McEwen, 1998). Doch wenn der Säbelzahntiger nicht verschwindet – sondern in Form von Deadlines, Reizüberflutung, finanziellen Sorgen und permanentem Leistungsdruck 24/7 vor deiner Höhle lauert – entsteht eine „allostatische Last“. Das System läuft heiß.


Cortisol: Das zweischneidige Schwert der Stresshormone


Cortisol ist nicht per se böse. Es ist dein „Wachmacher-Hormon“. Morgens sollte dein Cortisolspiegel steil ansteigen (die sogenannte Cortisol Awakening Response), damit du energiegeladen aus dem Bett kommst. Bei chronischer emotionaler Erschöpfung passiert jedoch oft das Gegenteil: Das System ist so lange auf Hochtouren gelaufen, dass die Rezeptoren im Gehirn stumpf werden oder die Nebennieren die Produktion drosseln.

Studien an Lehrern mit Burnout zeigten ein paradoxes Bild: Diejenigen mit der stärksten emotionalen Erschöpfung hatten oft niedrigere Cortisolwerte am Morgen als gesunde Kollegen (Pruessner et al., 1999). Das System ist „abgestürzt“. Stell dir einen Schutzschalter vor, der bei Überlastung rausspringt. Du fühlst dich morgens nicht wach, sondern wie gerädert, weil der natürliche Energie-Kick fehlt.


Serotonin, Dopamin und Noradrenalin: Die erschöpften Motivatoren


Während Cortisol das Stresssystem regelt, sind Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin für deine Stimmung und deinen Antrieb zuständig. Chronischer Stress wirkt wie ein Staubsauger für diese wertvollen Botenstoffe:


  • Serotonin (Wohlfühl-Hormon): Stresshormone können die Umwandlung der Aminosäure Tryptophan in Serotonin blockieren. Stattdessen wird Tryptophan in einen entzündungsfördernden Stoffwechselweg (Kynurenin-Pfad) umgeleitet. Ergebnis: Du fühlst dich gereizt, ängstlich und schläfst schlecht.

  • Dopamin (Motivations-Hormon): Bei dauerhafter Überlastung stumpft das Belohnungssystem ab. Dinge, die dir früher Spaß gemacht haben, fühlen sich plötzlich neutral oder anstrengend an (Anhedonie).

  • Noradrenalin (Antriebs-Hormon): Wenn dieser Speicher leer ist, fehlt dir der „Drive“. Alles fühlt sich schwer und mühsam an.


🧠 Reflexionsfrage: Wenn du an die letzten 4 Wochen denkst – an welchen Tagen hattest du noch echte, unbeschwerte Freude an etwas? Schreib 3 konkrete Momente auf. Wenn dir keine einfallen, ist das ein wichtiges diagnostisches Signal.


Stress, Burnout und Depression: Drei Geschwister – aber nicht dasselbe


Oft werden diese Begriffe in einen Topf geworfen, aber für deine Heilung ist die Unterscheidung entscheidend. Eine Meta-Analyse von Koutsimani et al. (2019) bestätigte, dass Burnout und Depression zwar statistisch zusammenhängen, aber unterschiedliche Konstrukte sind.

Merkmal

Stress (Akut/Chronisch)

Burnout (Emotionale Erschöpfung)

Depression

Kerngefühl

Überengagement, „zu viel“

Desengagement, „leer“, „ausgebrannt“

Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle

Emotionale Reaktion

Reaktiv, überempfindlich

Abgestumpft, distanziert

Tiefe Traurigkeit oder Gefühllosigkeit

Bezug

Situativ (Arbeit, Konflikt)

Meist arbeits-/leistungsbezogen

Lebensumfassend (alle Bereiche)

Energie-Analogie

Motor läuft im roten Bereich

Tank ist leer, Motor stottert

Motor wurde ausgebaut

Erholung

Durch Pause meist möglich

Pause reicht oft nicht mehr aus

Braucht oft therapeutische Hilfe


Warum ist das wichtig? Wenn du „nur“ gestresst bist, hilft ein Urlaub. Wenn du im Burnout steckst, brauchst du eine grundlegende System-Regeneration. Wenn es eine Depression ist, benötigst du eventuell klinische Unterstützung. Emotionale Erschöpfung ist oft die Vorstufe oder der Kern des Burnouts.


Symptome emotionaler Erschöpfung – Was dein Körper dir sagen will


Dein Körper kommuniziert nicht in Worten, sondern in Symptomen. Emotionale Erschöpfung zeigt sich selten allein durch „schlechte Laune“. Es ist ein ganzkörperliches Geschehen. Hier sind die 12 häufigsten Warnsignale, die auf neurobiologische Ungleichgewichte hindeuten:


  1. Anhaltende Müdigkeit trotz Schlaf: Du wachst auf und bist immer noch müde. Der Schlaf ist nicht mehr erholsam.

  2. Motivationslosigkeit und innere Leere: Der Gedanke an den Tag löst Schwere statt Vorfreude aus.

  3. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme: Du vergisst Termine, findest Wörter nicht oder kannst einfachen Gesprächen schwer folgen (ein Zeichen für Hippocampus-Belastung).

  4. Emotionale Taubheit oder Überwältigung: Entweder fühlst du gar nichts mehr („Zombie-Modus“) oder du weinst wegen Kleinigkeiten.

  5. Reizbarkeit und niedrige Frustrationstoleranz: Die Zündschnur ist extrem kurz.

  6. Körperliche Beschwerden ohne organische Ursache: Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme.

  7. Sozialer Rückzug: Treffen mit Freunden fühlen sich an wie ein weiterer „Termin“, den du abarbeiten musst.

  8. Schlafstörungen: Probleme beim Einschlafen (Gedankenkarussell) oder Durchschlafen (nächtliches Erwachen zwischen 2-4 Uhr).

  9. Verlust von Freude und Interesse: Hobbys, die früher Spaß machten, sind jetzt egal.

  10. Gefühl der Sinnlosigkeit: „Wozu mache ich das hier eigentlich alles?“

  11. Zynismus und emotionale Distanz: Besonders im Job entwickelst du eine negative, abwertende Haltung gegenüber Kollegen oder Kunden.

  12. Verlust von Selbstwirksamkeit: Das Gefühl, dass deine Handlungen sowieso nichts bewirken.


Wichtig: Diese Symptome sind keine Charakterfehler. Es sind biologische Schutzmechanismen. Dein Gehirn versucht, Energie zu sparen, indem es Funktionen wie „Empathie“, „Kreativität“ und „Motivation“ herunterfährt. (Danhof-Pont et al., 2011)


Kann chronischer Stress das Gehirn dauerhaft verändern?


Hier kommen wir zu einem ernsten Punkt, den du verstehen musst, um die Dringlichkeit deiner Regeneration zu begreifen. Ja, chronischer Stress verändert die Architektur deines Gehirns – das nennt man negative Neuroplastizität.

Die Forschung von Amy Arnsten (2009) zeigt eindrücklich, was passiert:


  • Der Hippocampus schrumpft: Dieses Areal ist zuständig für Gedächtnis, Lernen und das Stoppen der Stressreaktion. Cortisol wirkt neurotoxisch auf Hippocampus-Zellen. Das erklärt, warum du vergesslich wirst.

  • Der Präfrontale Kortex (PFC) baut ab: Der PFC ist dein „CEO“ – zuständig für Impulskontrolle, Planung und rationale Entscheidungen. Unter Dauerstress verkümmern die synaptischen Verbindungen hier. Deshalb fallen dir Entscheidungen so schwer.

  • Die Amygdala wächst: Dein Angst- und Alarmzentrum wird größer und reaktiver. Du siehst überall Gefahren und Bedrohungen, wo keine sind.


Die Analogie: Stell dir vor, in einer Stadt (deinem Gehirn) wird die Feuerwache (Amygdala) immer größer und lauter, während das Rathaus (PFC) – wo die vernünftigen Entscheidungen getroffen werden – langsam verfällt und das Personal entlassen wird. Irgendwann regiert nur noch die Panik.

Studien zeigen zudem, dass Schlafmangel diesen Effekt verstärkt, indem er die Verbindung zwischen dem rationalen PFC und der emotionalen Amygdala kappt (Yoo et al., 2007). Das emotionale Gehirn läuft dann völlig ungebremst.


ABER – und das ist das Wichtigste: Neuroplastizität funktioniert in beide Richtungen! Dein Gehirn kann heilen. Es kann wieder wachsen. Substanzen wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) wirken wie Dünger für dein Gehirn. Und du kannst die Produktion von BDNF gezielt anregen.


👟 Bewegungs-Mikro-Routine: Ein täglicher 5-Minuten-Spaziergang im Freien reicht für den Anfang, um BDNF zu stimulieren. Es muss kein Marathon sein. Konsistenz schlägt Intensität.


Der Vagusnerv – Dein geheimer Ruheschalter


Wenn die Amygdala der Alarmknopf ist, ist der Vagusnerv der „Alles ist okay“-Knopf. Er ist der wichtigste Nerv des parasympathischen Nervensystems („Rest and Digest“). Er verbindet dein Gehirn mit Herz, Lunge und Darm.

Menschen mit emotionaler Erschöpfung haben oft einen niedrigen Vagustonus. Das bedeutet, ihr Bremspedal funktioniert nicht richtig. Die gute Nachricht: Du kannst den Vagusnerv manuell stimulieren, um deinem Gehirn das biochemische Signal „Sicherheit“ zu senden.

Eine Meta-Analyse von Laborde et al. (2022) bestätigte, dass langsames Atmen (Slow Paced Breathing) signifikant die Herzratenvariabilität (HRV) erhöht – das wichtigste Maß für die Vagus-Aktivität.


Praktische Methoden zur Vagus-Aktivierung:


  • Langsames Atmen: Atme 4 Sekunden ein und 6 Sekunden aus. Das längere Ausatmen aktiviert den Parasympathikus. Mach das für 2-5 Minuten.

  • Kaltes Wasser: Spritze dir morgens kaltes Wasser ins Gesicht (Taucherreflex).

  • Summen oder Singen: Der Vagusnerv verläuft an den Stimmbändern vorbei. Vibration entspannt ihn.

  • Soziale Verbundenheit: Ein echtes Lächeln oder eine Umarmung senden Sicherheitssignale.


Ernährung & Mikronährstoffe für mentale Energie


Du bist, was du isst – und wenn du erschöpft bist, braucht dein Gehirn Premium-Treibstoff, keinen Schrott. Emotionale Erschöpfung raubt deinem Körper massiv Nährstoffe.


Die Top-Nährstoffe für dein Gehirn:


  • Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA): Dein Gehirn besteht zu 60% aus Fett. Omega-3 ist das Baumaterial für Zellmembranen. Studien zeigen, dass vor allem EPA (Eicosapentaensäure) stark entzündungshemmend und antidepressiv wirkt (Liao et al., 2019).

    Quelle: Fetter Seefisch (Lachs, Makrele), Algenöl, Walnüsse.

  • Magnesium: Das „Salz der inneren Ruhe“. Es dämpft die Übererregbarkeit der Nerven und ist an über 300 Stoffwechselprozessen beteiligt. Stress erhöht die Ausscheidung von Magnesium massiv – ein Teufelskreis (Boyle et al., 2017).

    Quelle: Dunkle Schokolade, Kürbiskerne, Spinat.

  • B-Vitamine (B6, B9, B12): Ohne sie können keine Neurotransmitter wie Serotonin gebaut werden.

    Quelle: Hülsenfrüchte, Eier, grünes Blattgemüse.

  • Zink: Wichtig für die Neuroplastizität und das Immunsystem.

  • Vitamin D: Wirkt im Gehirn eher wie ein Hormon (Neurosteroid) und ist essenziell für die Stimmung.


Vermeide die Stress-Verstärker: Zucker (Cortisol-Spikes), Alkohol (raubt B-Vitamine und zerstört REM-Schlaf) und übermäßig Koffein (imitiert Stressreaktion).


Wissenschaftlich fundierte Supplemente bei emotionaler Erschöpfung


Nahrungsergänzungsmittel können einen gesunden Lebensstil nicht ersetzen, aber sie können das „Loch stopfen“, damit du überhaupt erst die Energie für Veränderungen hast.


  1. Ashwagandha (Schlafbeere): Ein Adaptogen, das nachweislich den Cortisolspiegel senken kann. Eine Meta-Analyse zeigte signifikante Reduktionen bei Stress und Angst (Akhgarjand et al., 2022).

    Dosierung: 300–600 mg standardisierter Extrakt (z.B. KSM-66).

  2. Magnesium Glycinat: Diese Form ist besonders gut verträglich und wirkt beruhigend.

    Dosierung: 300–400 mg elementares Magnesium abends.

  3. Omega-3-Öl: Achte auf einen hohen EPA-Anteil für die antientzündliche Wirkung im Gehirn.

    Dosierung: 1–2 g EPA pro Tag.

  4. Rhodiola Rosea (Rosenwurz): Hilft gegen geistige Ermüdung und verbessert die Konzentration.

    Dosierung: 200–400 mg morgens.

  5. L-Theanin: Ein Wirkstoff aus grünem Tee, der fokussierte Ruhe fördert, ohne müde zu machen.


Nervensystem stabilisieren – Praktische Alltagsmethoden


Regeneration passiert nicht im Urlaub. Sie passiert an einem ganz normalen Dienstag. Hier ist ein Beispiel für eine nervensystemfreundliche Tagesstruktur:


Morgens: Das Signal für „Wach“


  • Kein Handy in den ersten 30 Min: Lass die Welt draußen. Keine Dopamin-Achterbahn vor dem Aufstehen.

  • Tageslicht (10 Min): Geh ans Fenster oder raus. Das blaue Licht am Morgen kalibriert deinen Cortisol-Rhythmus und sorgt dafür, dass du abends Melatonin produzieren kannst.

  • Proteinreiches Frühstück: Stabilisiert den Blutzucker und verhindert Stresshormon-Ausschüttung durch Unterzuckerung.


Tagsüber: Rhythmus statt Dauerfeuer


  • Mikro-Pausen: Alle 90 Minuten für 5 Minuten aufstehen, Fenster auf, tief atmen.

  • Hydration: Ein dehydriertes Gehirn schüttet mehr Cortisol aus. Trink Wasser!


Abends: Das Signal für „Sicherheit“


  • Digital Sunset: Blaulichtfilter ab 19 Uhr, Bildschirme aus ab 21 Uhr.

  • Dankbarkeits-Journal: Schreibe 3 kleine Dinge auf, die gut waren. Das zwingt deinen präfrontalen Kortex, nach Positivem zu scannen und dämpft die Amygdala.

  • 4-6-Atmung: Zum Runterfahren im Bett.


Wie lange dauert die Regeneration bei emotionaler Erschöpfung?


Dies ist die Frage, die mir im Coaching am häufigsten gestellt wird. Und die Antwort ist: Es dauert so lange, wie es dauert. Aber es gibt Richtwerte:


  • Leichte Erschöpfung: 4–8 Wochen bei konsequenter Lebensstiländerung.

  • Moderates Burnout: 3–6 Monate.

  • Schweres Burnout/Klinischer Zusammenbruch: 12–24 Monate, oft mit professioneller Begleitung.


Der Heilungsweg ist nicht linear. Es ist ein „Zwei Schritte vor, einer zurück“. An manchen Tagen wirst du dich wieder komplett erschöpft fühlen. Das ist normal. Wichtig ist, dass du Fortschritte nicht am „Perfekt-Zustand“ misst, sondern an kleinen Signalen:


  • Du hast wieder über einen Witz gelacht.

  • Du bist einmal vor dem Wecker aufgewacht.

  • Du hattest Lust, ein Buch zu lesen.

  • Deine Schultern sind nicht mehr permanent hochgezogen.


VMC Coaching-Integration: Wie wir das lösen


Bei VitalMindCoach gehen wir das Problem nicht isoliert an, sondern systemisch. Wir betrachten deinen Körper wie einen Hochleistungsmotor, der gewartet werden muss. Die 10 VMC-Module greifen hier ineinander:


  • Energie & Zellgesundheit: Wir optimieren deine Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen), damit sie wieder ATP (Energie) produzieren.

  • Hormone & Stoffwechsel: Wir bringen deine HPA-Achse und deinen Cortisol-Rhythmus wieder in Balance.

  • Regeneration & Schlaf: Wir schaffen die Basis für nächtliche neurobiologische Reparaturprozesse.

  • Mentale Klarheit & Neuroplastizität: Wir nutzen Techniken, um dein Gehirn neu zu verdrahten.

  • Darm & Verdauung: Da 90% des Serotonins im Darm gebildet werden, ist die Darmsanierung oft ein Schlüssel zur psychischen Gesundheit.


Wir arbeiten datenbasiert, nicht auf gut Glück. Wenn du spürst, dass du alleine nicht weiterkommst, ist ein strukturiertes Coaching oft der Gamechanger.


Zusammenfassung & Ausblick


Hier sind die wichtigsten Punkte, die du mitnehmen sollst:


  • Emotionale Erschöpfung ist real: Es ist ein neurobiologischer Notzustand, keine Einbildung.

  • Dein Gehirn verändert sich: Chronischer Stress lässt das Angstzentrum wachsen und das Vernunftzentrum schrumpfen.

  • Heilung ist möglich: Dank Neuroplastizität kannst du diese Veränderungen umkehren.

  • Der Körper heilt den Geist: Über Ernährung, Schlaf und Vagusnerv-Aktivierung erreichst du dein Gehirn oft schneller als durch reines „Nachdenken“.

  • Geduld ist Pflicht: Gib deinem System die Zeit, die es braucht.


Du musst kein neuer Mensch werden. Du musst nur den Weg zurück zu dir selbst finden – Schicht für Schicht, Atemzug für Atemzug.


✅ Dein 10-Punkte-Aktionsplan gegen emotionale Erschöpfung


Fang heute an. Nicht mit allem. Mit einer Sache.


  1. Schlaf priorisieren: 7–9 Stunden, jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett.

  2. Licht tanken: Täglich 10 Minuten Morgenlicht direkt nach dem Aufstehen.

  3. Atmen: 3x täglich für 2 Minuten die 4-6-Atmung praktizieren.

  4. Omega-3: Iss 3x pro Woche fetten Fisch oder nimm ein hochwertiges Algenöl/Fischöl.

  5. Magnesium: Nimm abends 300–400 mg Magnesium Glycinat.

  6. Handy-Detox: Die erste halbe Stunde des Tages gehört dir, nicht dem Bildschirm.

  7. Bewegung: Täglich 15 Minuten strammes Spazierengehen (ideal im Wald).

  8. Journaling: Notiere abends 3 Dinge, für die du dankbar bist (trainiert den PFC).

  9. Verbindung: Ruf diese Woche einen Freund an, bei dem du dich wohlfühlst.

  10. Hilfe holen: Wenn gar nichts mehr geht, such dir professionelle Unterstützung (Arzt, Therapeut, Coach). Das ist ein Zeichen von Stärke.


Wissenschaftliche Quellen & Studien


  1. McEwen BS (1998). Stress, adaptation, and disease. Allostasis and allostatic load. Ann N Y Acad Sci. 840:33–44. DOI: 10.1111/j.1749-6632.1998.tb09546.x

  2. Arnsten AFT (2009). Stress signalling pathways that impair prefrontal cortex structure and function. Nat Rev Neurosci. 10(6):410–422. DOI: 10.1038/nrn2648

  3. Koutsimani P, Montgomery A, Georganta K (2019). The Relationship Between Burnout, Depression, and Anxiety: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front Psychol. 10:284. DOI: 10.3389/fpsyg.2019.00284

  4. Pruessner JC et al. (1999). Burnout, perceived stress, and cortisol responses to awakening. Psychosom Med. 61(2):197–204. DOI: 10.1097/00006842-199903000-00012

  5. Danhof-Pont MB et al. (2011). Biomarkers in burnout: a systematic review. J Psychosom Res. 70(6):505–524. DOI: 10.1016/j.jpsychores.2010.10.012

  6. Laborde S et al. (2022). Effects of voluntary slow breathing on heart rate and heart rate variability. Neurosci Biobehav Rev. DOI: 10.1016/S0149-7634(22)00200-7

  7. Liao Y et al. (2019). Efficacy of omega-3 PUFAs in depression: A meta-analysis. Transl Psychiatry. 9(1):190. DOI: 10.1038/s41398-019-0515-5

  8. Akhgarjand C et al. (2022). Does Ashwagandha supplementation have a beneficial effect on the management of anxiety and stress? Phytother Res. 36(11):4115–4124. DOI: 10.1002/ptr.7598

  9. Boyle NB, Lawton CL, Dye L (2017). The Effects of Magnesium Supplementation on Subjective Anxiety and Stress. Nutrients. 9(5):429. DOI: 10.3390/nu9050429

  10. Yoo SS et al. (2007). The human emotional brain without sleep – a prefrontal amygdala disconnect. Curr Biol. 17(20):R877–R878. DOI: 10.1016/j.cub.2007.08.007


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